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Werner Feller aus Oertzenhof bekommt die Urkunde und Schwalbenplakette „Schwalbenfreundliches Haus“ von NABU-Vorstandsmitglied Andreas Köhncke überreicht.
Werner Feller aus Oertzenhof bekommt die Urkunde und Schwalbenplakette „Schwalbenfreundliches Haus“ von NABU-Vorstandsmitglied Andreas Köhncke überreicht.

 NABU verleiht Schwalbenplakette in der Region
(Text und Foto von Kristina Köhncke)

 

Flugkünstler, Sommerbote und Glücksbringer – viele Eigenschaften werden der Schwalbe zugeschrieben. Vertraut und selbstverständlich ist der kleine Vogel in unserer Region und dennoch verliert er zunehmend an Lebensraum. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, verleiht der NABU bundesweit die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“. In diesem Jahr ging die Auszeichnung des NABU Regionalverbandes Mecklenburg-Strelitz e.V. nach Oertzenhof.

 

NABU-Vorstandsmitglied Andreas Köhncke überreichte am 20.08.2021 die Urkunde und die Schwalbenplakette an Werner Feller. Der Rentner aus Oertzenhof bei Woldegk hat über 20 Schwalbennester, die seit 30 Jahren stetig mehr werden. Zum April kommen die Vögel aus dem Süden zurück zum Nisten und starten im Oktober wieder zur Überwinterung in milderen Gefilden. Vorgeschlagen wurde Werner Feller von Herrn Jarosch aus Woldegk. Ihm wurde 2019 die Plakette verliehen.

 

Im Jahr 2008 begann der NABU Landesverband Rheinland-Pfalz mit dieser Auszeichnung, die nun seit mehreren Jahren von NABU Verbänden in ganz Deutschland verliehen wird. In unserer Region sind Rauchschwalbe, aber auch Mehl- und Uferschwalbe anzutreffen. Der Schutz der Schwalben wird aus vielerlei Gründen nötig: durch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden werden Schwalbennester entfernt, die Monokultur in der Landwirtschaft reduziert das Futterangebot und zunehmende Pflasterung von Landwegen nimmt den Schwalben ihr Baumaterial: den Lehm aus den Pfützen.

 

Werner Feller schützt seine Schwalben, baut Nisthilfen und lässt im Hühnerstall, unter der Verandaüberdachung, im Türrahmen oder unter den Dachfirsten die eifrigen Vögel ihre Nester bauen. Sogar der Griff eines an der Wand hängenden Spatens war Nistort. Für den Schwalbenfreund selbstverständlich blieb der Spaten solange unbenutzt bis die Schwalbenjungen flügge wurden und das Nest verließen. Für Werner Feller ist die Auszeichnung eine Wertschätzung seines aktiven Schutzes der Schwalben, ihres Lebensraumes und der Erhaltung ihrer Art.

 

Vorschläge und Bewerbungen für die Schwalbenplakette nimmt der Regionalverband unter                      nabu-mst@web.de entgegen. Bisherige Träger der Schwalbenplakette sind unter anderem das CEMEX-Kieswerk Steinwalde und der „Verein zum Erhalt der Domjüch-ehemalige Landesirrenanstalt e.V.“ Der Regionalverband mit 169 Mitgliedern setzt sich auf vielfältige Weise für Themen des Natur- und Artenschutzes ein: von der Pflege von Standorten bedrohter Pflanzen, über thematische Führungen wie Fledermaus- und Vogelführungen, der Herausgabe der Schriftenreihe „Labus“ als auch der Teilnahme an Veranstaltungen wie zuletzt dem Tag der erneuerbaren Energien im LEEA Neustrelitz.

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Wir möchten unseren Mitgliedern das folgende Buch empfehlen:

 

Agrarwende? Lieber heute als morgen!

von Sebastian Leinert

(mit einem Geleitwort von Michael Succow - dem Träger des alternativen Nobelpreises und Stiftungsratsvorsitzenden der Michael Succow Stiftung)

 

Seit Jahrzehnten verändern sich die landwirtschaftlichen Strukturen stetig und dies vor allem zu Lasten von Familienbetrieben. Die aktuellen und bereits absehbaren Innovationen werden diese Entwicklungen weiter beschleunigen. Ein positives Ende ist nicht in Sicht.

 

Das Buch behandelt jedoch auch zahlreiche erprobte und nachhaltige Alternativen. Es wird außerdem aufgezeigt, wie der schwierige Übergang zu einer ökosozialen Wirtschaftsweise gelingen könnte: auf der organisatorisch-technischen Ebene, durch Bildung und Ausbildung und nicht zuletzt durch eine durchgreifende Verhaltensänderung der Konsumenten.